Bettelwurf Hütte

Absam
Um 990 taucht der Name „Abazanes“ auf, aus dem über Abzan, Abtzan, Abezans, Absolus schließlich Absam wurde. Wahrscheinlich leitet sich der Name von einem römischen Landgutnamen ab. Absam wird 1313 bereits als selbständige Steuer- und Flurgemeinde erwähnt. Das Prunkstück Absams ist die zur Basilika erhobene Marien-Wallfahrtskirche.
Der nordöstliche Teil von Absam heißt Eichat. Hier soll einst ein großer Eichen- und Buchenbestand gewesen sein, was aber von verschiedenen Seiten angezweifelt wird. Es ist nicht belegbar, dass ein Eichenbestand für den Bergbau und die Saline gerodet und verbraucht wurde. Das jetzige Eichat wurde Aichat geschrieben. Heute ist der Ortsteil Eichat von zahlreichen Föhren bewachsen.

Karwendel
An der Sprachwurzel des Namens Karwendel wurde und wird noch viel herumgedeutet. Einerseits dem Stamm „Karawanken“ zugeordnet, andererseits von bayrischen Bauern, mit Eigennamen wie Kerwentil, Gerbintla, Gerwendelbauer usw., die im Karwendel Almen und Besitzungen hatten, abgeleitet, gibt es im Laufe der Jahrhunderte zahlreiche Sprech- und Schreibweisen. Überliefert ist auch die Zusammensetzung von „Kar“ und „Wand“. Kare sind die zahlreich im Karwendel vorkommenden hohlen Schuttmulden unter steilen Wänden, gleichzeitig findet man das Wort Kar für muldenförmige Gefäße, wie sie vorzüglich in der Almwirtschaft zur Käseerzeugung verwendet wurden (Kaskar). Die letzte Erläuterung geht aus Schriften aus dem 13. bis 15. Jahrhundert hervor.

Bäche im Halltal
Von den Issangerquellen und aus dem Schottergrund beim Hirschbad  kommt der „Issbach“, der sich unterhalb von St. Magdalena mit dem aus dem Bergbau kommenden „Salzbergbach“, auch „Bergbach“ genannt, vereinigt. Gemeinsam fließen diese beiden als „Halltalbach“ bis zum Hackl, wo der Bach aufgeteilt wurde und einerseits als „Weißenbach“ durch die Milser Heide fließt, andererseits als „Amtsbach“ nach Absam fließt, wo dieser wieder aufteilt wurde und den „Baubach“ in der Richtung der Salzbergstraße nach Hall schickt. Im oberen Teil hat der Amtsbach auch „Mühlbach“ geheißen. Amtsbach und Baubach sind künstliche Wasserläufe, die in Absam Mühlen, die Amtsschmiede und weitere Werke antrieben, ehe sie dem Inn zustrebten. Das Wasser des „Salzbergbaches“ schmeckt jahreszeitlich verschieden stark salzig.

1 beim HACKL
Der genaue Beginn des Halltales liegt bei der „Kreuzmarter“, das ist die markante Straßenkreuzung am Ende der Salzbergstraße.
Wir beginnen unsere Wanderung beim Anwesen „Hackl“ gleich nach dem Parkplatz, ganz vorne am Eingang zum Halltal. Früher war der Bewohner dieses Hauses ein Angestellter der Österreichischen Salinen. Seine Aufgabe war die Betreuung des Sole-Messtroges, einer Einrichtung zur Überwachung der Durchflussmenge der Salzsole, die vom Bergbau ins Sudhaus floss. Auch die Betreuung des sogenannten „Wasserlauches“, das war ein Überlaufregler zur Aufteilung der Wassermengen des Halltalbaches in Weißenbach, Amtsbach, Baubach und Milserbachl, sowie die Weginstandsetzungsarbeiten an der Halltalstraße, oblagen ihm. Der Name Hackl ist ein Eigenname. Die offene Hütte links der Straße trägt den Namen Unterstandshütte und wurde zur Zeit des aktiven Bergbaues als Sammelpunkt für den gemeinsamen Berggang und als Beratungsort bei Lawinen- und Murengefahr benutzt.

2 Runstboden
Das ist ein am westlichen Eingang des Halltales gelegenes Waldstück. Auch der Name Runz kommt zuweilen vor, beide leiten sich von altlat. „rumex“, was soviel wie Sauerampfer heißt, ab. Auch hört man öfters die Ableitung des Namens von „Runse“ - Einkerbung. Am Runstboden gibt es einen Rodelweg mit einer dazugehörigen Hütte.

3 Maximiliansbrünnl
Dieser Brunnen ist nach Kaiser Max I. benannt. In die Zeit von 1490 fällt die Quellwasserfassung von der Hochmahdkopfseite, ungefähr bei der heutigen Alexanderquelle, die von der Gemeinde Mils gebaut wurde. Das Maximilianbrünnl wird aus dem Milser Hochwasserspeicher über ein Rohr gespeist.

4 Die Bergerkapelle auch Bergkapelle und Freiungskapelle genannt
Bei dieser Kapelle bestand das von König Heinrich im Jahre 1325 und von Kaiser Maximilian bestätigte Grenzzeichen für die sogenannte „Freiung“ des Salzberges. Das war ein Privileg. Um den Salzbergbau möglichst zu fördern, wurden durch diese „Freiung“ die Bergwerksbediensteten unter einen besonderen Schutz gestellt. Unter anderem war auch ein krimineller Bergmann, der mit seinem Kostsack (Verpflegungsrucksack) von der Arbeit kam und zur Arbeit ging, ab hier vor dem Zugriff der allgemeinen Gerichtsbarkeit geschützt. Dies galt auch bei Vorliegen von Malefizverbrechen (Verbrechen schwerwiegender Art). Recht gesprochen wurde von einem eigenen Berggericht.

5 Rädermacherklamm
Die Rädermacherklamm zieht vom Hochmahdkopf herunter in Richtung zur 1. Ladhütte. Laut Überlieferung wuchsen dort in großer Anzahl Latschen (Legföhren) mit stark gebogenen Stämmen und Ästen, die sich hervorragend zum Bau von Rädern eigneten. Die Handwerker, die „Rädermacher“, holten dort ihr Ausgangsmaterial.

6 Die Ladhütten
Es gibt drei Ladhütten. Wie der Name verrät, dienten die Ladhütten als Umlade- und Zwischenlagerplätze beim Transport von Lebensmitteln und anderen Gütern im Bergbaubetrieb. In jeder Ladhütte war auch eine Sole-Kontrollstation untergebracht. Die Salzsole wurde ja durch eine Holzrohrleitung vom Salzberg ins Sudhaus nach Absam, später nach Hall geleitet. Durch die offenen Soletröge erwirkte man auch eine Druckreduzierung in den Holzrohrleitungen. Hier neben der 1. Ladhütte führt östlich durchs „Klamml“ ein Steig zur Halltaler Hütte, eine Privathütte der „Alpingesellschaft Halltaler“.

7 Wasserfassung
Das „Alte Wehr“ aus dem Jahre 1912 war das erste Tiroler Wehr. Wenige Schritte bergauf ragt ein kühnes Betonsegel aus der Felswand. Dahinter verbirgt sich der „Margarethe-Stollen“, nach der Stollenpatin, der Gemahlin des früheren Haller Bürgermeisters Posch so genannt. Durch diesen Stollen fließt das Trinkwasser für die Gemeinden Absam und Hall aus dem Hüttenspitzmassiv heraus.

8 Das Knappenkreuz
Wenn wir nun vor dem Wehr stehen, und den Blick zur gegenüberliegenden Talseite richten, sehen wir hoch oben in der schattigen Wand unter einem Felsüberhang ein Kruzifix. Das jetzige Kreuz vom Absamer Bidhauer Siegfried Obleitner, stammt aus dem Jahre 1984 und wurde von Kletterern angebracht. Vorher war eine Kreuzigungsgruppe mit zwei Figuren, der Hl. Maria und dem Apostel Johannes, hier befestigt. Diese Stücke befinden sich momentan im Ortsmuseum von Absam und sollen aus der Zeit Andreas Hofers stammen. Es wird auch erzählt, dass im Lawinenwinter 1888 der Schnee hier so hoch lag, dass dieses Kreuz von Bergknappen vom höchsten Punkt der Lawine aus angebracht werden konnte.

9 Bettelwurfbrünnl
An dieser Stelle labten sich Generationen von Knappen, Wanderern und Bergsteigern an dem köstlichen Wasser, aus dem  Bettelwurfbrünnl,  das aus dem Eibental gespeist wurde. Seit 1994 fließt aus diesem Brunnen Wasser von den an der gegenüberliegenden Talseite gelegenen Jakobiquellen.

10 Das Eibental
Einige Schritte bergauf, nach dem Bettelwurfbrünnl mündet das steile Eibental ins Halltal. Der Name rührt vom einstigen reichlichen Eibenbestand her. Auch heute noch findet man dort Eiben.

11 Jakobibrünnl
Knapp neben dem Bach lag an der Ostseite das Jakobibrünnl, das deshalb, weil es angeblich um Jakobi (25. Juli) zu rinnen begann, seinen Namen erhalten hat. Das Jakobibrünnl wurde 1987 vermurt und existiert heute nicht mehr. Anstelle dessen hatte man 1994 die Jakobiquellen als Notwasserversorgung gefasst, nachdem im Jahre 1992 eine große Mure die Trinkwasseranlagen für Hall und Absam beschädigt hatte. Heute treibt das Wasser der Jakobiquellen eine Turbine im neuen Stollenhaus.

12 Bettelwurfeck mit dem Buchenwaldele
Hier bei der zweiten Ladhütte befindet sich ein großer Parkplatz, die Talstation der Materialseilbahn zur Alpensöhnehütte und die Abzweigung des Aufstieges zur Bettelwurf Hütte. Das Halltal macht hier eine Richtungsänderung nach Westen, ein Eck, daher der Flurname. Einzelne, der hier stehenden Buchen, sind über 350 Jahre alt.

13 Alpensöhne
So heißt ein 1893 gegründeter Bergsteigerklub der OEAV-Sektion Hall. Der Verein ist Inhaber der an der Südflanke des Hüttenspitzes gelegenen Alpensöhnehütte. Die Hütte ist privat und für die Öffentlichkeit nur eingeschränkt bewirtschaftet. Sie wurde 1910 an der Stelle der baufälligen Winklerhütte, einem ehemaligen Almhäusl, errichtet.

14 Gamsgufel
Eine halbe Stunde sind wir nun dem Anstieg zur Bettelwurf Hütte gefolgt und an einem höhlenartigen Felsüberhang angelangt. Diese Einbuchtung heißt Gamsgufel. Hier finden die Gämsen Unterstand bei widrigem Wetter, aber auch für die Jäger ist die Gufel ein guter Pirschplatz. Gufl ist heute die mundartliche Bezeichnung für Höhle oder Einbuchtung, hat aber ihre Wurzeln im lateinischen „cubile“ (Lager, Nest).

15 Wechselreise
Das Schuttkar in dem wir uns nun befinden ist die Wechselreise. Reise heißt im Volksmund eine steile Schotterrinne, der Name leitet sich von „rieseln“ ab und diese hier kommt von der Wechselscharte, daher der Name. Neben Wechselreise finden wir in dieser Gegend die Namen Wechselscharte und Wechselspitze (in der Landkarte als Fallbachkarspitze bezeichnet). Im Gesamten rührt der Name Wechsel aus der Jägersprache. Wenn das Wild seine Standorte ändert, so spricht der Jäger vom Wechsel. Hier ist es ganz charakteristisch, da das Gamswild jahreszeitlich und witterungsbedingt über die Wechselscharte von der Fallbachkarseite ins Halltal und zurück wandert - „wechselt“. Südlich der Wechselreise ragt der Hüttenspitz, mit seiner von Süden her weit sichtbaren „Winklerwand“ auf.

16 Alter Schlag
Die latschenbewachsene untere Flanke des Bettelwurfstockes, durch die auch stückweise der Weg zur Bettelwurf Hütte führt, heißt „Alter Schlag“. Hier stand einst ein beachtlicher Hochwald, der wegen des gigantischen Holzbedarfes im Bergbau „geschlägert“ wurde. Heute stehen wir hier mitten in den „Zuntern“, so heißen im Volksmund die Latschen, die Legföhren.

17 Juchezer
Eine Wegbiegung, ein markierter Stein, ein erster Blick auf die Bettelwurf Hütte. Diese Stelle regte und regt noch immer an, einen „Juchezer“, einen Freudenruf, ein „Juhuuuuu“ erschallen zu lassen.

18 Bettelwurf Hütte  2077m
Schutzhaus des Oesterr. Alpenvereins, Zweig Innsbruck. Erbaut 1894, durch die Initiative von Julius Pock, des damaligen Vorstandes der Alpinen Gesellschaft „Wilde Bande“. Ca. 70 Übernachtungsplätze. In ca. 2 1/2 Stunden von der 2. Ladhütte aus erreichbar.
Pächter: Christian Gschnitzer aus Ratschings, Südtiroler Küche. Siehe auch im Internet www.bettelwurfhuette.at

19 Eisengattergrat
Der im Anstieg zum Großen Bettelwurf ziehende Eisengattergrat hat seinen Namen von Eisenversicherungen, die die Bergknappen gegen die große Lawine, die aus der Westflanke des Eisengattergrates ins Halltal stürzt, errichteten. Diese Schutzgatter sind heute nicht mehr vorhanden.

20 Bettelwurf
Wie der Bettelwurf der Sage nach zu seinem Namen kam:
Einst klopfte ein mittelloser Salzberger (Bergknappe), der nichts besaß als eine Stube voll hungriger Kinder, an die Pforte des Klosters der Augustinerinnen in St. Magdalena im Halltal und bat um eine milde Gabe. Unmutig reichte eine Nonne dem lästigen Gast ein Stück hartes Brot. Dem enttäuschten Bettler stieg darauf die Zornesröte ins Gesicht, er tat einen grässlichen Fluch gegen den Himmel und das Kloster und wandte sich mit folgenden Worten ab: „Fresst euch den Bettel selbst, ihr Geizkragen !“ Er schleuderte die Gottesgabe mit einem kräftigen Wurf nordwärts gegen die Felswände. Starr vor Entsetzen und voller Angst rief die Klosterfrau in ihrer Bestürzung: „Zur Strafe für deinen Frevel sollst du im Grabe keine Ruhe finden und die Felsbrocken, die von den brüchigen Wänden zu Tal kollern, immer wieder den Hang hinaufschleppen müssen !“

Wer das Gestein der Kalkberge kennt, weiß, dass der Unglückliche mit dieser Verwünschung in Ewigkeit nicht zu Ende kommen wird. Seit dieser Zeit geistert er, der nie mehr gesehen worden ist, ruhelos in den Klüften hin und her und tritt im Sommer Gestein, im Winter aber die gefürchteten Lawinen von den Wänden los, die schon manchem Ahnungslosen zum Verhängnis wurden.
Soweit die Sage, wie die etymologischen Wurzeln des Bettelwurfs aussehen, ist derzeit nicht ergründet.

 

Karl Obleitner, Bildhauer aus Absam, hat den Bettelwurfgeist in mehreren Fassungen dargestellt.

 

21 Die Plattentürme am Turmschlag
Es handelt sich dabei um Konglomeratgestein, das von der Erosion eigenartig geformt wurde und das natürlich sagenumwoben ist. Nach einer Überlieferung des Tiroler Dichters Josef Pöll ist die folgende Legende wiedergegeben:
"Auf den Platten herrschte vor Zeiten ein wilder Gaugraf in einem Bergschlosse und hatte eine gar liebliche Tochter. Einst ging die Maid ins Tal hinab, um Alpenblumen zu sammeln. Da begegnete ihr ein schmucker Knappe, der freundlich mit ihr sprach, und sie schließlich fragte, ob sie sein Weib werden wollte. Dem Mädchen war es recht, nicht aber dem Grafen. Der ließ den Knappen fassen und in eine tiefe Schlucht werfen, seine Tochter sperrte er aber in ein Verließ. Die Verzweiflung gab dem Mädchen Kraft, sie verbog die Eisenstäbe eines Fensters und gelangte ins Freie. Da stand sie nun am Rande eines Felsenschlundes, in dem die Leiche ihres Geliebten lag. Der Schmerz übermannte sie und sie stürzte sich in die Tiefe. Als der Graf dies vernommen hatte, stieß er einen entsetzlichen Fluch aus über den Knappen, sein Kind, sein Schloss, gegen sich selbst und den Himmel. Da brach ein Gewitter los, wie man ein solches noch nie im Tale erlebt hatte. Die Felsen barsten und unter der Gewalt der Blitze stürzten die Mauern der Burg zu Tal. Der Graf aber, seine Tochter und der Knappe waren zu Stein geworden, und das sind diese Felsnadeln dort am öden Hange."

22 Turmschlag
Das Gebiet neben den Türmen heißt der Turmschlag. Aus dem Namen geht hervor, dass auch hier einst ein dichter Waldbestand war, der dem Bedarf des Bergbaues zum Opfer fiel.

23 Hohe Wand
Das ist die nächste Plattenflucht mit einem steilen Abbruch wenn man taleinwärts blickt. 
Hier an der Hohen Wand, am bereits erwähnten Turmschlag und im Bettelwurfkar hausen, wie die Sage erzählt, heute noch die weißen Jungfrauen des Halltales. Das sind die berüchtigten Windlawinen, die „Plattnerin“ aus den Wänden des Turmschlages über den Platten, die „Teglerin“ von der Hohen Wand und die “Bettelwurferin“ aus dem Bettelwurfkar. Woher der Name „Teglerin“ kommt, konnte nicht mehr ermittelt werden.

24 Speckkar und Speckkarspitze
Diese Namen rühren vom „Speckbauern“ aus Gnadenwald her, der hier eine Alm für sein Jungvieh hatte. Auch eine Unterstandshütte war einst vorhanden. Der Speckhof ist urkundlich „an der specke“ eingetragen. Mit „specke“ bezeichnete man einen Knüppelweg über morastige Stellen.

25 Lafatscherjoch
Der Name Lafatsch stammt aus der vordeutschen Zeit und taucht in dieser Schreibweise 1460 auf. Er stammt über Larfeis, auch Larvacia, was soviel wie „Große Steinplatte“ bedeutet. Das Lafatscherjoch bietet den Übergang ins nördlich gelegene Lafatschertal und weiter ins Hinterautal.

26 Kohlstatt
Wegen der schwarzen Erde, die an dieser Stelle vorhanden ist, wird angenommen, dass hier Holzkohle für die Salzbergschmieden erzeugt wurde.

27 Wilde Bande-Steig
Eine im Jahr 1877 gegründete Bergsteigergruppe mit dem Namen „Wilde Bande“, die eine enge Verbindung zu den Salzberger Knappen hatte, baute den Steig vom Stempeljoch zum Lafatscherjoch. Die Gesamtheit des Steiges vom Hafelekar, durch die Pfeis, über das Stempeljoch bis zur Bettelwurf Hütte, trägt den Namen „Innsbrucker Höhenweg“.

28 Rosskopf, Bachofenkar, Kälberkar
Diese Namen kommen aus dem Alm-, Hirten und Bergbauleben. Sie deuten beim Rosskopf die Form, dann die Stelle eines Wasserfalles von den Bergleuten „Bach offen“ genannt, und beim Kälberkar die Almweide an.

29 Stempeljoch
Durch das westseitig gelegene Samertal wurden Baumstämme aus dem Gleirschtal und dem Hinterautal für den Stollenausbau ins Halltal transportiert. Diese nannte man Stempel, daher der Name.

30 Halltaler Pfeis
Die stark gerölldurchsetzten Hänge zwischen Issanger und Wilde-Bande-Steig heißen Halltaler Pfeis. Gleich wie der Name der hinter dem Stempeljoch liegenden, weitaus bekannteren Pfeis, wird die Entstehung des Namens Pfeis der rätoromanischen Zeit zugeordnet und ist nicht näher erklärbar. Die Pfeis war Almgebiet.

31 Wildangergebirge
Der Lattengrat und die Drei Dutten haben ihre Namen von den wie Zaunlatten und Zitzen aufragenden Felstürmen, während der Wildangerspitz auf die Äsefläche (Weidefläche) des reichlich vorhandenen Gamswildes hinweist.

32 Issanger
Als Iss bezeichnet man im Volksmund ein hohes Mahd, eine Bergweide. Bis zur Schließung des Bergbaues wurde der Issanger landwirtschaftlich genutzt.

33 Wasserberg
Hier am Wasserberg war stets ein großes Wasservorkommen. Auch der Salzbergbau nahm am Wasserberg vor ungefähr 700 Jahren seinen Anfang.

34 Karteller (auch Kartelser)
Als Quadrella bezeichneten die Römer eine vorgelagerte, flächige Flurform. Unser Kartellerjoch dürfte davon seinen Namen ableiten. Hier steht auch ein Felsturm, ein Knappenturm, auch Kartelserturm genannt. Man hört auch den Namen „Ravelliturm“, benannt nach Kletterern aus dem Absam der Kriegs- und Nachkriegsjahre.

 

35 Herrenhäuser
Diese Häuser waren die Hauptunterkunfts- und Wirtschaftsgebäude des Halltaler Salzbergbaues. Hier residierten die obersten Schaffer, die Herren. Im Jahre 1888 wurden die Herrenhäuser durch Lawinen etwas in Mitleidenschaft gezogen. In jüngster Zeit war es das Jahr 1999 das wieder als besonderes Lawinenjahr in die Geschichte des Halltales einging und in dem das Haupthaus der Herrenhäuser diesmal stark beschädigt wurde. Eine Restaurierung des Hauses ist jetzt noch in Frage gestellt. Im Winter 1999 wurde auch die unterhalb von St. Magdalena stehende Talstation der Materialseilbahn auf die Bettelwurf Hütte total zerstört.
Salzbergbau:
Die Erschließung des Bergbaues begann 1272 durch Ritter Nikolaus von Rohrbach auf Veranlassung von Heinrich II. von Görz und Tirol. Stillgelegt wurde der Bergbau 1967.

36 Törl
Lange Zeit auch Türl genannt, ist leicht einzusehen, dass dieses Jöchl ein Törl hinüber ins Inntal ist.

37 Hirschbad und Hirschbadsteig
Leicht zu erraten ist, dass in diesem Tal, dem Tale des Issbaches, gerne die Hirsche suhlten (d.h. in Wassertümpeln badeten). Heute gibt es im Halltal keine Hirsche mehr.

38 St. Magdalena
An dieser Stelle erbaute Hans Frankfurter, ein ehemaliger Salzmeier 1441 eine Kapelle und eine Klause, in der er sich, etwas später auch sein Bruder, als Eremit niederließ. Mit weiteren Gleichgesinnten wurde daraus das „Bruderhaus“. Über Veranlassung des Abtes von Tegernsee und des Pfarrers von Hall zogen die Waldbrüder fort und an deren Stelle kamen zwei Schwestern vom Orden der Augustinerinnen. Nach und nach zogen mehr Nonnen ins Halltal, es entstand ein Kloster und statt der Kapelle ein Kirchlein - „St. Magdalena“. Der Name stammt von einer 1486 hier ansässig gewesenen Magdalena Getzner. Um 1522 gingen die Nonnen nach Gnadenwald und das Kloster wurde aufgelöst. Im Lawinenwinter 1888 wurde auch St. Magdalena schwer beschädigt. Heute ist St. Magdalena im Besitz der Österr. Bundesforste und als Jausenstation verpachtet. Unterhalb von St. Magdalena liegt die III. Ladhütte, diese hieß früher „Ladhütte bei der Säge“, es gab hier ein Sägewerk und die ganze Flur war der „Saganger“.

39 Zunterkopf
Zuntern heißen die Legföhren, die Latschen, die im trockenen Zustand leicht Feuer fangen und wie Zunder brennen. Von deren reichlichem Vorkommen hat dieser südliche Vorberg des Halltales seinen Namen erhalten.

40 Hochmahdkopf
So heißt das Hohe Mahd, eine hoch oben liegende Bergwiese, die gemäht wurde. An der Sonnenseite des Hochmahdkopfes ist ja auch der Heuberg.

41 Kohlanger
Eine Stelle östlich von St. Magdalena oberhalb des Fluchtsteiges an der Holzkohle für den Bergbau erzeugt wurde.

42 Sonnenbrücke
Am 2. Februar erreicht der erste Sonnenstrahl des Jahres an dieser Stelle das hintere Halltal, daher der Name.

43 Fluchtsteig
Dieser Steig zwischen St. Magdalena und dem Bettelwurfbrünnl wurde einst von Bergknappen zur sicheren Begehung des angeführten Tallabschnittes bei Lawinengefahr angelegt. In „normalen“ Wintern erreichten die von der Sonnenseite abgehenden Lawinen die Höhe des Fluchtsteiges nie. Dieser Verbindungsweg ist derzeit noch gut erhalten und markiert, seine Begehung ist aber aus rechtlicher Sicht umstritten. Wie es scheint, ist der Steig an federführenden Stellen nicht sonderlich beliebt. Das ist aber auch keine besondere Neuigkeit, denn schon im Jahrbuch 1888  des DuOEAV, Seite 472, kann man folgendes nachlesen : „......jetzt ist dieser Steig etwas vernachlässigt, da seine Erhaltung wohl weniger nothwendig erscheint.“
Die Wanderer schätzen den Fluchtsteig sehr, weil dieser, abseits des oft sehr starken Kraftfahrzeugverkehrs auf der Mautstraße, in abgasfreier, schattiger Lage durchs Halltal führt.

 

Die vorstehenden  Erklärungen sind nur ein kleiner Abriss des an wahren Begebenheiten, Wundern und Sagen überquellenden Halltales, - manche Übertreibung mag auch dabei sein, - und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Vielleicht ist es aber gelungen, in dir, lieber Wanderer, soviel Neugier zu wecken, dass du nun ein richtiger „Halltalsüchtiger“ geworden bist und selbst weitersuchst. Im Absamer Museum, Jakob-Steiner-Str. 5 (geöffnet mittwochs von 18 - 19 Uhr und nach telefonischer Vereinbarung) und im Bergbaumuseum in Hall i.T., Oberer Stadtplatz (geöffnet Mai bis September, Montag bis Samstag) erfährst du alles Wissenswerte ganz genau.

Mein großer Dank gebührt den Herren Peter Steindl aus Absam und Hans Spötl aus Hall i .T., die durch ihre wertvollen Informationen ganz maßgeblich am Zustandekommen dieser Aufzeichnungen beitrugen.

Berg Heil und Glück auf ! 

Impressum:
Herausgegeben vom Zweig Innsbruck des OEAV
als Beitrag zum Internationalen Jahr der Berge 2002.
Text und Gestaltung: Günter Amor
Alle: A-6020 Innsbruck, Willhelm-Greil-Str. 15
Tel. 0512 – 587828, Fax: 0512 – 588842


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Hüttenwart
Gunnar Amor
Aktualisiert am 25. Oktober 2002

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