Bettelwurf Hütte

Bergsteigergesellschaft "Wilde Bande" Innsbruck

Bergsteigergesellschaft "Wilde Bande" Innsbruck, Günter Amor

Veröffentlichungen des Innsbrucker Stadtarchivs, Neue Folge 41, 2010
Autor: Günter Amor
192 Seiten mit zahlreichen , zum Teil farbigen Abbildungen
ISBN: 978-3-7030-0473-5

Die Wilde Bande war die erste Bergsteigergesellschaft Innsbrucks, eine Gruppe von bergbegeisterten, angesehenen und einflussreichen Mitgliedern der Sektion Innsbruck des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins. Am Anfang standen fünf Männer, die am 20. Oktober 1878, dem Kirchweihsonntag, am Stempeljoch den Beschluss zur Gründung eines Bergsteigervereins fassten. Rasch stieg die Mitgliederzahl auf die angestrebte Obergrenze von zwanzig an. Unter ihnen waren ein Arzt, ein Oberstaatsanwalt, ein Apotheker, Magistrats- und Regierungsbeamte, ein Gastwirt, Fotografen, Optiker und Uhrmacher, Lithografen, ein Vergolder, andere Gewerbetreibende und Kaufleute. Das Bergsteigen an sich, die Erschließung der Bergwelt und der Bau von Wanderwegen und Gipfelanstiegen sind eine Herzensangelegenheit der Wilden Bande geworden.
Schwerpunktmäßige Tätigkeiten im Halltal und ein freundschaftliches Verhältnis zu den Bediensteten im Salzbergbaubetrieb motivierten die Wilde Bande zum Bau der Bettelwurfhütte und zur Errichtung des Wilde-Bande-Steiges zwischen Lafatscher Joch und Stempeljoch, der die Erinnerung an die Gruppe bis heute wachhält. In den schwierigen Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg verliefen sich die Spuren der Mitglieder, nachdem 1937 noch das 60. Gründungsfest gefeiert worden war.

Der Innsbrucker Günter Amor vulgo "Franz" hat in langer, mühevoller Kleinarbeit zahlreiche Quellen in öffentlichen Archiven und Sammlungen, aber auch Schriftstücke aus Privatbesitz durchforstet, um die Geschichte der Wilden Bande zu erforschen. Das Ergebnis wird in diesem Werk in reich bebilderter, leicht lesbarer Form vorgelegt.
Amor schildert nach einer kurzen Einleitung über den Beginn des Alpinismus und die Entstehung der Alpinen Vereine die Gründung der Wilden Bande und das Vereinsleben. Er stellt die Wilde-Bande-Mitglieder und viele engere Weggenossen in Wort und Bild vor und gibt aufschlussreiche Tourenberichte wieder. Eigene Kapitel sind den Themen Bettelwurfhütte und Wilde-Bande-Steig gewidmet. Ein kleines Geschichten Sammelsurium rundet das Bild ab, regt zum Nachdenken an und fördert auch manche heitere Episode ans Tageslicht.
Zwei im Jahr 2008 aufgefundene alte Gästebücher der "Bruderschaft St. Magdalena im Halltal" enthalten zahlreiche interessante Einträge von Wilde-Bande-Mitgliedern und dokumentieren das freundschaftliche Verhältnis der Wilden Bande zur Bruderschaft.
Auch an der Bergung der Leiche des unvergessenen Otto Melzer aus der Nordwand der Praxmarerkarspitze waren Mitglieder des Vereins beteiligt; der Autor publiziert daher erstmals die darüber vorhandenen Protokolle.

Das Buch stellt eine späte Ehrenbezeugung für eine Vereinigung ernsthafter Bergsteiger dar, die nahezu ihre gesamte Freizeit den Idealen des Alpinismus und der Kameradschaft gewidmet haben.

Buchbeschreibung der Juniausgabe 2010 "ECHO"

Erhältlich um 19,90 € im guten Buchhandel und in unserer Geschäftsstelle:
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Hüttenwart
Gunnar Amor
Aktualisiert am 07. Juni 2010

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